Frauen standen in der Geschichte oft im Schatten von Männern, häufig auch hoch talentierte Frauen wie Künstlerinnen. Wie ist ihre Position heute? Welchen Beitrag haben die Frauen zur zeitgenössischen Kunst geleistet? Inwieweit weicht ihr Ansatz von dem der Männer ab? Und ist Kunst an sich männlich oder weiblich? Diese und anderen Fragen beantwotet die Open Art-Galerie mit einer Geburtstagsfeier und der Ausstellungseröffnung "Frauenpower". Die drei Künstlerinnen dieser Jubiläumsausstellung Ina Buisman, Uta Göbel-Groß und Elke Tenderich-Veit sind Frauen, die sehr früh ihre Arbeiten in der Galerie Open Art ausstellten in dem Bewusstsein, hier wächst etwas heran, das gründliche Substanz und eine solide Basis für kontinuierliche zukünftige Zusammenarbeit hat.
Kunst findet den Mensch
Die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz verschwimmen derzeit auf dem Kunstmarkt zunehmend. Das Kunst heute nicht nur mit Vermarktung und einem hohen Spekulationswert verbunden ist - zeigen die Macher der Open Art-Galerie in Borken auf. Galerien, die sich 20 Jahre auf dem Markt halten - gibt es selten. Wo finden künstlerischen Werte noch einen Raum?
Die kleine Borkener Galerie stellt seit 20 Jahren Werke aus, die das gesamte Spektrum der Gegenwartskunst versammelt – was auf den ersten Blick nicht sehr elegant wirken mag – , um den Besuchern zu zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, einen Zugang zu moderner Kunst zu finden, ja dass Kunst sogar Spaß machen kann, dass sie einen in Staunen versetzen kann, wie in den großen Museen. Eine kleine Kunstbegegnungsstätte und ein wenig Kontakt - so haben die Menschen keine Berührungsängste.
Kunst und, oder Mensch kommt nach Borken und erfährt, das es es als Ausländer nicht immer einfach ist - Freunde und Liebhaber zu finden. Die zeitgenössische Kunst und der Mensch ist Gegenstand von erbitterten Diskussionen und leidenschaftlichen Auseinandersetzungen verschiedenster Art - besonder in Borken. Genährt durch Thesen wie früher war alles besser und früher waren Künstler noch wirklich Künstler. Der Streit um die Bedeutung des Wortes "schön", sowie die notwendige Erneuerung von Ausdrucksformen und künstlerischen Botschaften sorgen dafür, dass die Debatte wohl niemals enden wird.
Gerda Siebelt, Initiatorin der Borkener Artline und Inhaberin von Open Art, kämpft um die Kunst und dessen Platz in der Gesellschaft. Ihre Räumlichkeiten präsentieren keine "Dorfkunst", wie sie gestern resümierte. Am auffälligsten und erstaunlichsten ist , dass es zwischen Werk, Medienaktionen und Geld keine klare Grenze mehr gibt. Handelt es sich bei der kleinen Borkener Galerie nur um Vermarktung der Kultur? Oder ist das Herausbilden eines "Dorf"-Kunstraums eher positiv, um Sammlungen zur Geltung zu bringen, neues Publikum zu gewinnen?
Die Open Art-Galerie macht deutlich, dass in dem Maß, in dem sich das Kunstwerk als Ausnahme und Regelbruch darstellt, auch die Person, die es sich als Accessoire wählt, als besonders forsch und autoritär erfahren wird. Aber nicht nur das. Zugleich wird die Macht durch ein Kunstwerk positiv bewertet und sogar legitimiert. Da nämlich Kunst allgemein als wichtiges Bildungsgut gilt, erscheint, wer sich mit ihr – zumal mit komplizierten Werken – beschäftigt, als intellektuell ambitioniert und kulturell sensibel. Damit erschafft ein modernes Kunstwerk mehr als alle anderen denkbaren Accessoires eine Aura. Die Open Art-Galerie bietet den Raum dafür.
Die Galerie versteht sich als ambitionierte Spezialeinheit - auch politisch! Gestern gab es politisch korrekte, lecker Brötchen aus Holland, eine jungen, männlichen Glücksfee - der bei der Verlosung selbst den ersten Preis gewann und viele Menschen mit Schals um Hals und zweifarbigen Schnürsenkeln an den Schuhen.
Kunstradikal und aktionistisch in die Zukunft blickend. Happy Birthday - Open Art-Galerie Borken.
Mehr Infos:
www.galerieopenart.de Tho