die Veranstaltungsreihe in der "Villa Arte" schon längst kein Geheimtipp mehr. Die Qualität und die besondere Atmosphäre des Veranstaltungsortes im Borkener Stadtteil Gemen haben sich bei Musikliebhabern in der ganzen Region herumgesprochen. In unregelmäßigen Abständen verwandelt der Initiator und Veranstalter Prof. Dr. Norbert Linke die "Villa Arte" in eine Kulturbühne mit Wohnzimmercharakter.
Kulturbühne in der Villa Arte heißt bei Norbert Linke wirklich Wohnzimmerbühne. Es spielt nicht bloß in einem Zimmer, das Wohnzimmergröße hat, sondern in dem Zimmer, in dem der Musikprofessor tatsächlich wohnt. In dem etwa 60 Quadratmeter großen Raum haben etwa 40 Zuschauer Platz. Die Bühne ist nur einen Meter von ihrem Publikum entfernt. Couch, Stühle, Kaffeemaschine und Schreibtischlampe werden zu Kulturutensilien umfunktioniert. Der Gastgeber ist ein freundlicher Mensch. Er unterhält sich gerne mit seinen Gästen und bietet in den Pausen kleine Leckereien aus seiner Küche an. Die Zuschauer sollen in gemütlicher Runde Musik genießen, etwas trinken und plaudern - man befindet sich ja schließlich in der "Villa Arte".
Bereits als Schüler komponierte Linke, der am kommenden Freitag seinen 77 Geburtstag feiert, seine erste Schuloper. Später absolvierte er ein Kompositionsstudium in Hamburg, ehe er sich bei Pierre Boulez, György Ligeti und Karl-Heinz Stockhausen während der Darmstädter Internationalen Ferienkurse für Neue Musik (1962-1964) den "letzten Schliff" holte. Prof. Dr. Norbert Linke ist vor allem mit Kammermusik der vielfältigsten Art, daneben auch mit Vokal- und Orchestermusik bekannt geworden. Der Komponist erhielt zahlreiche Preise, darunter 1977 den Johann Wenzel Stamitz Preis (Stuttgart). Seit 1971 ist er ordentliches Mitglied der Sektion Musik der Freien Akademie der Künste zu Hamburg. Linke lehrt noch heute an der Universität Duisburg/Essen.

Sopranistin Stefanie Bußkönning trat letzten Freitag in der "Villa Arte" auf. (Foto: Jean-Michel Simon)
Seit 2009 ist die Sopranistin und Organisatorin der Kulturgemeinde Borken, Stefanie Bußkönning, ständiger Gast auf der kleine Kulturbühne in Borken-Gemen. 1970 in Borken geboren, hat sie bereits früh in Chören gesungen. Gesangsunterricht in der Musikschule Borken bei Barbara Adams-Heidbrink, Verena Stahlmeister, Barbara Eck und Reinhard Schulze formten ihre Sopranstimme. Sie ist Mitglied des Quartetts "Amici del Canto" und dem Quintett "Quintart" . Bei zahlreichen Auftritten als Chor- und Gastsolistin sang sie u.a. das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens, verschiedene Messen von Wolfgang Amadeus Mozart, Die sieben Worte von Cesar Franck und Choräle von Johann Sebastian Bach. Ihr letzter Auftritt in der "Villa Arte" war vergangenen Freitag.
Wir bieten fast ausschließlich klassische Programme, erklärt Uta Wegner, verantwortlich für Konzertorganisation und Koordination, auf Kuvianfrage. Der Auftritt des Kabarettisten Uli Masuth im Dezember 2009 war eine Ausnahme, fügt sie hinzu. In naher Zukunft ist ein Konzert mit einem Streichquartett geplant. Mehr Infos erteilt Uta Wegner unter der Telefonnummer 02861-91567.
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