Geschichte der Beleuchtung von der Steinzeit bis zur Petroleumleuchte einer neugegründeten Treuhandstiftung. Diese Stiftung verfolgt den Zweck, die Sammlung "zu erhalten, zu pflegen und für die Forschung und Bildung insbesondere im Rahmen einer Dauerausstellung zugänglich zu machen". "Präsentiert werden soll die Sammlung im kreiseigenen Hamaland-Museum in Vreden, sobald dort im Rahmen des angedachten Um- und Erweiterungsbaus die dafür erforderlichen Räumlichkeiten geschaffen werden können", erläuterte Landrat Gerd Wiesmann, der für den Kreis Borken den Stiftungsvertrag unterzeichnete.
Gleichzeitig dankte er dem Stifter herzlich für dessen außergewöhnliches Engagement, schließlich übergebe er sein Lebenswerk der Öffentlichkeit. "Für den Kreis Borken ist dies Verpflichtung und Ehre zugleich", betonte der Landrat. Die öffentliche Hand sei sich dieser Großzügig bewusst und übernehme sehr gerne die Verpflichtung zu Pflege und Erhalt der Sammlung. Das Hamaland-Museum bekomme so ganz neue Chancen, unterstrich Kreisdirektor Haßenkamp. Das Museum werde zukünftig im wahrsten Sinne des Wortes ein "Leuchtturm" im westlichen Westfalen sein.
Wie Museumsleiterin Dr. Annette Menke erläuterte, sei die Beleuchtung eines der wichtigsten Elemente menschlicher Kultur überhaupt. Wegen ihrer Selbstverständlichkeit sei sie aber bisher weniger als andere Felder erforscht und werde auch kaum präsentiert. Hinzu kommt laut Dr. Menke, dass auf Grund der großen "Verstreutheit" der Objekte eine kulturgeschichtlich hochrangige Sammlung nur durch eine außerordentlich engagierte Persönlichkeit zusammengebracht werden könne. Werner Haßenkamp: "Eine solche Persönlichkeit ist Herr Dr. Werner Touché, der bereits im Jahr 1999 Teile seiner Sammlung im Hamaland-Museum Vreden/Kreismuseum Borken ausgestellt und durch einen Katalog von 172 Seiten erschlossen hat." Es sei seinerzeit aber noch nicht vorhersehbar gewesen, dass dieses Ausstellungprojekt für den Kreis Borken und das Museum später einmal "ganz besondere Früchte" tragen sollte.
Die über Jahrzehnte von Dr. Touché zusammengetragene, deutschlandweit einzigartige Sammlung umfasst den Zeitraum von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und stellt die Vielfalt der Beleuchtungsmittel über diesen langen Zeitraum außerordentlich anschaulich dar. Von der frühen – assyrischen – Muschelschale, die mit Öl gefüllt und mittels Docht zum "Leuchtmittel" wurde, bis hin zur raffinierten Technik der französischen Moderateur-Lampen oder zu Speziallampen, beispielsweise für Ärzte, Handwerker und Bauern, ist nahezu jeder Lebensbereich "beleuchtungsmäßig" abgedeckt. Die Brennstoffe, die die Technik beeinflusst haben, die Chemie dieser Stoffe, ihre Quellen – auch dies findet in der Sammlung Berücksichtigung. Selbstverständlich spielt die Ästhetik eine wichtige Rolle. Meißen taucht bei den Porzellanlampen genauso auf wie KPM oder andere renommierte Marken. Die Stilvielfalt reicht von assyrischen, über ägyptische, griechisch-römische Originalexponate bis hin zu barocken/rokokko-Nachempfindungen und wieder authentischen Stilen der Neogotik, des Jugendstils sowie des Art-Déco. Die Sammlung bezieht dabei ihren Wert nicht allein aus der großen Zahl ihrer Einzelstücke. Vielmehr ist es gerade die Summe der Lampentypen und Leuchtmittel, die sie als Ensemble kulturgeschichtlich wertvoll macht.
Foto: Kreisdirektor Werner Haßenkamp, Museumsleiterin Dr. Annette Menke, der Stifter Dr. Werner Touché und Landrat Gerd Wiesmann präsentierten einen kleinen Auschnitt der rund 3.500 Exponate umfassenden Sammlung (v.l.n.r.)
Tho