Sonderausstellung im Hamaland-Museum in Vreden besagt. Egal, wie sie sich verhalten, mindestens einmal im Jahr müssen sie Wolle lassen und werden geschoren. Die Ausstellung beschreibt detailliert, wie sich das Vlies spinnen oder mit Wasser und Seife zu Filz verarbeiten lässt. Worauf es beim Filzen ankommt, können Interessierte am Sonntag, 2. März, zwischen 14 und 16.30 Uhr selbst ausprobieren. Mechtildis Köder aus Osnabrück zeigt, wie aus dem weichen, lockeren Vlies ein natürliches Textilstück wird, das vor den Unbilden der Witterung schützt.
«Filzen gehört wahrscheinlich zu den ältesten Techniken der Textilverarbeitung. Forscher nehmen an, dass die Ursprünge bei den Völkern des asiatischen Raumes liegen», erklärt Museumsleiterin Dr. Annette Menke. Russische Wissenschaftler fanden 1929 bei Ausgrabungen im Hochland von Altai in Sibirien Decken, Socken, Wandbehänge und andere Artikel aus Filz, die zwischen 600 und 200 vor Christus entstanden sind. Sie blieben in den Grabstätten über Jahrtausende erhalten, weil sie hier buchstäblich «tiefgefroren» waren. Bis heute verwenden die Mongolen Filz zur Herstellung ihrer Zelte, der Jurten. In Europa ist das Filzen per Hand dagegen fast vollkommen in Vergessenheit geraten. In Deutschland löste die industrielle Herstellung das Handwerk ab. Nur an wenigen Stellen - insbesondere in Skandinavien - wurde die Filztradition bewahrt.
Die Sonderausstellung «lammfromm oder bockbeinig – Schafe in der Kulturgeschichte» ist bis zum 30. März zu sehen. Sie ist geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet zwei €für Erwachsene, ermäßigt ein Euro.
Telefon: 02564/39180.
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